Gewaltprävention in jordanischen Schulen – auch unter Coronabedingungen

Konflikte gewaltfrei lösen, Streit durch Vermittlung schlichten, Mobbingsituationen auflösen und demokratische Teilhabe einüben – das Projekt „Förderung von gewaltfreier Konfliktbearbeitung“ will diese Fertigkeiten in zehn jordanischen Schulen implementieren, dafür arbeitet der Starkmacher mit der Caritas Jordanien zusammen. Finanziert wird das Projekt vom Auswärtigen Amt der Bundesregierung und wird durch das Institut für Auslandsbeziehungen (IfA) unterstützt.
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04.11.2020 / 16 Uhr
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Starkmacher

Projekt wird online durchgeführt

Nachdem der Ausbruch der Corona Pandemie die geplante Umsetzung des Projektes verhinderte und somit alle Schulen geschlossen waren, hofften alle Projektbeteiligten, dass sich die Lage mit Beginn des neuen Schuljahres wieder entspannen würde und die Schulen wieder öffnen könnten. Leider hat sich diese Hoffnung aufgrund der verschärfenden Covid 19 Pandemie zerschlagen .Stand Herbst 2020 bleiben die Schulen bis voraussichtlich Januar geschlossen.

Mit den Kolleginnen und Kollegen der Caritas Jordanien wurde intensiv diskutiert, wie das Projekt online durchgeführt werden kann. Zum Glück gibt es direkten Kontakt zu den Schulen (Lehrkräften und SchülerInnen). Die ersten Vertiefungsseminare mit den MultiplikatorInnen der Caritas Jordanien fanden schon im Sommer online statt. Dabei ging es um Aktivitäten zur Förderung des sozialen Lernens in Klassen als Ergänzung zu den Programmen zur Streitschlichtung (Peer Mediation) und dem Mobbing Interventionsansatz „No Blame Approach“. Momentan laufen die Vorbereitungen für die direkten Online Seminare mit den Schulen mit dem Fokus auf Interventionen bei Mobbing und Cybermobbing.

Jordanischer Bildungsminister unterstützt Projekt

Eine gute Nachricht für das Projektanliegen ist, dass die jordanischen KollegInnen dem Bildungsminister das Projekt vorstellen konnten und er danach Interesse an der Verbreitung der Projektmaterialien zu Streitschlichtung und Mobbing geäußert hat.

Projektüberblick: Konflikte gewaltfrei lösen

Wie viele Transformationsländer ist auch Jordanien mit schwierigen sozio-ökonomischen und politischen Problemlagen konfrontiert. Durch die Coronapandemie werden Problemlagen verschärft. Es wächst das Risiko, dass Vorurteile, Konflikte und Gewalt weiterwachsen. Auch die Schule ist ein Brennpunkt für solche Konflikte, deshalb zielt das Projekt darauf ab, Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte in der gewaltfreien Konfliktbearbeitung zu stärken.

Neben der Fortsetzung der Arbeit in fünf schon kooperierenden Schulen ist das Projekt nun in fünf weiteren Schulen aktiv. Auch ein Pilotkurs für Eltern ist vorgesehen. In 2021 wird eine Konferenz stattfinden, um das Projekt und die Projektergebnisse einem breiteren (Fach)publikum vorzustellen und damit auch den Anstoß für eine weitere Verbreitung zu geben.

 

Schulung von Multiplikatoren

Im ersten Projektjahr (2019) führte das Projekt Verfahren zur gewaltfreien Konfliktlösung (Peer Mediation), zur Intervention in Mobbingsituation (No Blame Approach) und zur demokratischen Meinungsbildung (Klassenrat) ein, die positive Erfahrungen ermöglichen sollen und alternative Handlungsoptionen aufzeigen sollten. Zentral dabei war ein kultursensibles Vorgehen im Sinne des „Do-No-Harm“-Grundsatzes und die Einbeziehung aller Akteure, auch der Eltern. Das Projekt will einen Beitrag dazu leisten, junge Menschen zu stärken, sie zur Teilhabe zu ermutigen und somit einen mittelfristigen Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft zu leisten.

Das Projekt bildete insgesamt 14 Jordanierinnen und Jordanier zu Multiplikatoren aus, die das oben beschriebene Verfahren an jordanischen Schulen etablierten und diese begleiteten.

 

Staatliche Unterstützung aus Deutschland

Das Projekt wird von Starkmacher e.V. in Zusammenarbeit mit Caritas Jordanien organisiert und durch das Institut für Auslandsbeziehungen mit Mitteln vom Auswärtigen Amt finanziert und unterstützt.