Digidingsda – oder wie machen wir Jugendsozialarbeit heute?

Digitale Jugendsozialarbeit - wie kann das wirksam funktionieren? Genau mit dieser Thematik setzt sich der Starkmacher e.V. gemeinsam mit den Akteuren der Jugendsozialarbeit auseinander. Den Akteuren aus der Metropolregion Rhein-Neckar wird die Möglichkeit gegeben, sich aktiv zum Thema Digitalisierung und Digitalität auszutauschen, Wissen zu erwerben und in seiner Anwendung Unterstützung zu finden. Sie werden zu Mitgestalter:innen ihrer digitalen Arbeitswelt.
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31.08.2021 / 14 Uhr
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Chantal Licht

Die Herausforderungen – und dann kam Corona

Wir alle haben schnell bemerkt, dass in diesen Zeiten des rasanten Wandels ein für uns bekanntes „normales“ Arbeiten nicht mehr möglich war. Gerade die Akteure der Jugendsozialarbeit standen vor neuen Herausforderungen. Kinder und Jugendliche, vorrangig mit besonderen Lebenssituationen, konnten nicht mehr auf die bekannte Art und Weise erreicht werden. Gleichzeitig kamen die persönlichen Herausforderungen zur Digitalisierung hinzu – Homeoffice, Familienmanagement, fehlende technische Möglichkeiten, fehlendes digitales Wissen sind einige Bespiele. All das in Kombination führte zu einem Gefühl von Handlungsunfähigkeit, Ohnmacht und Stress. Die Akteure, die es gewohnt waren, analog zu arbeiten, sahen sich nicht mehr in der Lage, ihrer Arbeit zielgruppengerecht nachzukommen. Eine lose-lose-Situation aller Beteiligten, die bis heute andauert.

Die Vision – gemeinsam digital gestärkt

Das Projekt hat das Ziel, verschiedene Bedarfe und Bedürfnisse zu bündeln, um daraus Ergebnisse für ein besseres Arbeiten mit der Endzielgruppe zu schaffen. Die Kombination aus technischer Teilhabe, Wissenstransfer, bei gleichzeitiger Einbeziehung der Akteure und der Kinder und Jugendlichen sorgt dafür, dass sich alle Beteiligten im digitalen Raum selbstwirksamer und sicherer bewegen können. Ein aktiver Community-Aufbau führt zum Austausch mit Akteuren aus den unterschiedlichsten Jugendsozialarbeitsbereichen und schafft ein digitales Miteinander, von dem alle profitieren. Hinhören, wahrnehmen, gemeinsam entwickeln, vernetzen und Synergien schaffen sind wichtig, um einen neuen, wirksamen Ansatz in der Metropolregion zu fördern. Hybride Arbeitsmethoden mit einer ausgeglichenen Mischung aus analog und digital eröffnen der Jugendsozialarbeit neue Chancen – wenn ein achtsamer Umgang mit ihnen für alle Beteiligten gewährleistet wird.

Die Umsetzung – aktives Gestalten

In drei Projektphasen nähern wir uns über mehrere Design Thinking Events, Workshops, Fachgespräche, Pilotprojekte und Testphasen der Vision. Phase 1 beschreibt den IST-Zustand und sammelt die Bedürfnisse und Bedarfe der Beteiligten. In Phase 2 werden die gesammelten Ergebnisse zusammengeführt, die ersten Lösungsansätze gemeinsam erarbeitet und in verschiedenen Testphasen überprüft. Die Entwicklung einer Online-Plattform zum Abrufen der Ergebnisse und Aufrechterhaltung des Netzwerks gestaltet das Projekt nachhaltig und beschreibt Phase 3. Eine eingerichtete Servicestelle rundet das Projektprofil ab.

Die Online-Plattform – alle zusammenbringen

Die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse werden in einer digitalen, lebendigen Plattform gesammelt. Im letzten Schritt wird ein digitaler Jugendtreff mit der Möglichkeit zum Austausch und Einzelberatungen/ -angeboten für die Jugendlichen als Pilotangebot implementiert. Eine starke, sich selbst organisierende Community bzw. Netzwerk ist der Stützpfeiler dieser Online-Angebote.

Unterstützung

Im Rahmen der EU-Initiative REACT-EU und dem ESF-Bundesprogramms wird das Projekt „Digidingsda – oder wie machen wir Jugendsozialarbeit heute?“ über das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg gefördert.

Kontakt

Sie sind Akteur in der Jugendsozialarbeit oder im Bereich der Medienpädagogik, der digitalen Kompetenz oder ähnlichem zu Hause und möchten mehr über dieses Projekt erfahren? Dann können Sie sich hier an die Projektleitung wenden.

Projektleitung: Chantal Licht