Licht an in Nkile

Ein kleines Fischerdorf in Tansania hat im letzten Jahr einen großen Entwicklungsschritt getan: In guter Kooperation zwischen einheimischen Kräften, Fachleuten aus dem direkten Umfeld und der fachlichen und logistischen Unterstützung organisiert von einem jungen Ingenieur aus Mannheim und seinen Freunden bekam der Ort Strom auf der Basis von eigenständig genutzter Sonnenenergie.
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01.10.2018 / 15 Uhr
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Starkmacher + Jonas Groschke, Fotos: Jonas Groschke

Von abenteuerlichen Transporten und guten Netzwerken

Über mehrere Monate und mit der Unterstützung von vielen verschiedenen Quellen haben die unterschiedlichen Elemente, die es für die erste Stromerzeugung und-nutzung in Nkile nötig sind, ihren Weg in das kleine Fischerdorf gefunden.

In einem abgeschlossenen Raum des Gemeindezentrums, auf dem später die PV-Anlage installiert wird, stehen zur Montage bereit: Inverter, Batterien, Laderegler und PV-Module. Kurz gesagt, alles was es bedarf, um in dieser abgelegenen Gegend umweltfreundlichen Strom für viele Jahre zu produzieren.

 

Auch Kühlschrank, Gefrierschränke, Beleuchtung, Drucker und 2 Laptops stehen bereit, um angeschlossen zu werden. Als die Partner aus Deutschland auf abenteuerlichen Wegen angereist sind, wird dann geschweißt, gemalert, gebohrt, geschraubt, verkabelt, gemessen, getestet und angeschlossen. Es herrscht gute Stimmung. Fehlende Kleinteile können zwar nur in mehrtägigen Einkaufsreisen organisieren, aber wen kümmert das schon – das Ziel so nah vor Augen.

 

Licht im Dunkel und Leuchtturm für die Fischer

Und dann ist es geschafft: Ende 2017 erhellt mitten in der Nacht die neue Energiezentrale von Nkile das Dorf. Alle Module sind sicher auf dem Dach angebracht und leiten den Sonnenstrom in den neu eingerichteten Technikraum im Keller. Ein Batteriespeicher stellt sicher, dass auch dann genügend Energie vorhanden ist, wenn keine Sonne scheint.

In den folgenden Wochen werden noch die Baumaßnahmen für einen Leuchtturm mit Orientierungsleuchte für die Fischer geleistet.

Nkile, bitte übernehmen!

Mit den jetzt angeschlossenen Kühl- und Gefrierschränken ist das Einfrieren und Lagern des Fisches möglich. Die Fischer haben auch bereits Transportboxen organisiert für den Kleinhandel im näheren Umkreis. Ein Fortschritt für die Kleinwirtschaft und die Gesundheit.

Die Beleuchtung von Gemeinschaftsräumen, um Treffen und Veranstaltungen auch am Abend abhalten zu können ist möglich. Dies stärkt den Zusammenhalt der Gemeinde und unterstützt die Bildung neuer Initiativen.

Computer und Drucker stehen bereit und schon bald werden die Schulprüfungen der Schulen am See damit gedruckt. Ein Lehrer der Gemeinde nimmt sich der Aufgabe des Computerunterichts an.

Handys werden geladen und damit die Verbindung zur Welt hergestellt

In mehreren Veranstaltungen und Workshops wurde mit den Bewohnern der Nutzen, die Anwendungsmöglichkeiten sowie der langfristige Erhalt der Anlage besprochen. Es wurde beschlossen durch Abgaben (z.B. für Handy laden, Fisch einfrieren, Schulprüfungen drucken) die finanziellen Mittel für zukünftige Reparaturen selbst zu erwirtschaften.