Trip nach Honduras und El Salvador

Ein Gruppe von jungen Europäern aus Ländern machte sich im Oktober 2017 auf den Weg in zwei südamerikanische Länder, deren Anbau- und Produktionsmethoden im Kaffeesegment sich in den letzten Jahren stetig verbessern. El Salvador und Honduras werden damit zu immer wichtigeren Handelspartnern auf dem globalen Markt und die Chance, auch die Arbeits-, Verdienst- und Lebenskonditionen der Bevölkerung zu verbessern, steigt. Um sich ein Bild der aktuellen Lage einiger Kaffee-Genossenschaften zu machen und mögliche Kooperations- und Förderungsmöglichkeiten auszuloten, besuchte die kleine Gruppe einige dieser Kaffeegenossenschaften.
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22.11.2017 / 10 Uhr
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Starkmacher, Foto: Matteo Mabilia

Mobilität vs. Analphabetentum

Die erste Station der Reise verbrachte die Gruppe von vier Italienern und zwei Deutschen zunächst in Zacatecoluca, der Hauptstadt der La Paz-Region El Salvadors mit 70.000 Einwohnern. Ein Großteil der Salvadorianer hat das eigene Land nie verlassen und so war der Austausch mit den "Europäern" zunächst auf deren Reisefreudigkeit konzentriert und das Staunen über die wirtschaftliche Unabhängigkeit, die das möglich macht, war groß. Mit einem Anteil von 21% Analphabetentum ist der Bildungsbedarf eine erste wichtige Herausforderung für alle, die langfristig an besseren Arbeits- und Lebensperspektiven mitarbeiten wollen.

Besuch einer Kaffee-Genossenschaft in Honduras

Im zweiten Teil besuchte die Gruppe die Kaffee-Genossenschaft "Las Capucas" in Honduras. Gegründet 1999 von 20 Kaffeebauern, gehören inzwischen mehr als 800 Produzenten dazu. Sie gibt technische Unterstützung bei den Anbau-, Ernte- und Aufbereitungsmethoden, um die Qualität und damit die Konkurrenzfähigkeit des Kaffees stetig zu verbessern. Sie betreibt nachhaltige Bewirtschaftung und setzt sich ein für Biodiversität, eine Kaffee-Monokultur soll so vermieden werden. Sie baut ein BIldungssystem für Kinder und Jugendliche auf und bietet Basisdiente in der Gesundheitsversorgung. Und schließlich engagiert sich die Genossenschaft für faire Entlohnung aller am Prozess Beteiligten und schafft Transparenz in der Produktionskette, denn Rückverfolgbarkeit ist ein wichtiges Qualitätskriterium.

Biologisch nachhaltige Anbaumethoden

Organische und natürliche Düngemethoden sowie aufwändigere, aber schonendere Trocknungsverfahren erhöhen die Qualität des Kaffee deutlich. Außerdem betreibt die Genossenschaft Gewächshäuser nicht nur für neue Kaffeepflanzen sondern auch für Obst- und Zierpflanzen.

Einmal im Jahr organisiert Las Capucas darüber hinaus einen internen Wettbewerb, bei dem die Mitglieder mit ihren Produkten gegeneinander antreten. Das motiviert die Einzelnen, immer weiter an der Hochwertigkeit ihrer Arbeits- und Anbaumethoden zu arbeiten und ist gleichzeitig ein konstruktiver Austausch und ein gemeinschaftsbildendes Event.

Die Reise hat gedient, um einzutauchen in die Welt der Kaffeebauern, ihr Lebens- und Arbeitsumfeld kennenzulernen und so gemeinsam zu verstehen, wie man einander immer besser unterstützen kann.