Friedensarbeit in Jordanien

Drei Organisationen hatten im September nach Jordanien eingeladen und gut 100 Jugendliche aus 25 Ländern kamen zum Welt-Friedens-Jugendcamp in Madaba. Eine gute Woche verbrachten sie in Wohncontainern, die vorher zur Unterbringung von Flüchtlingen gedient hatten. Gespräche mit Flüchtlingen, kreative und handwerkliche Arbeiten - Gelegenheiten, um das Leben der Flüchtlinge nachvollziehen zu lernen. Zum Abschluss ging es in die Amerikanische Universität von Madaba zum "Youth World Peace Forum", zu dem rund 1000 junge Leute aus der ganzen Welt versammelt waren.
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21.11.2017 / 20 Uhr
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Starkmacher, Fotos: Non della Guerra

Persönliche Begegnungen mit Flüchtlingen

Die drei Organisationen "Non Dalla Guerra", Caritas Jordan und "Living Peace International" sind in der Flüchtlingsarbeit engagiert und hatten gemeinsam ein Jugendcamp vorbereitet: Die Besuche bei den Flüchtlingsfamilien waren für viele ein einschneidendes Erlebnis: "Das war eine Gelegenheit, ihre Lebensbedingungen wirklich zu verstehen, aber vor allem die Chance, sie unsere Nähe spüren zu lassen, denn oft werden Flüchtlinge nur noch in Zahlen gehandelt. Die Jugendlichen hörten zu, spielten mit den Kindern, halfen aber auch bei kleinen Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten.

Kreatives Gestalten

Auch künstlerisch wurden einige aktiv: In den Tagen entstand ein großes Wandbild, ein sogenanntes "Murales" als sichtbares Zeichen der Hoffnung, des Friedens und der Lebensfreude. Auch die Mosaikkunst hatte einen besonderen Platz: Ein berufliches Reintegrationsprojekt der Caritas nutzt diese Tätigkeit in der Arbeit mit syrischen und irakischen Flüchtlingen.

Zum Friedensforum mit 1000 Jugendlichen

Nach der Woche im Camp zogen die 100 Jugendlichen in das Gelände der Amerikanischen Universität von Madaba um, wo sie sich mit Delegationen aus aller Welt, insegsamt 1000 Teilnehmenden, zum Youth World Peace Forum trafen. Zwei Tagen gab es Konferenzen und Workshops zum Thema Interreligiöser Dialog und Friedenserziehung. Dabei hatten die anwesenden Gruppen Gelegenheit, einander Beispiel guter Praxis vorzustellen, in denen sie als Hauptakteure weltweit für den Frieden engagiert sind.

Unter anderem führte dabei eine Gruppe von Italienern ein Theaterstück auf, durch das sie mit innovativen dramaturgischen Formen das Pubblikum emotionale und berührende Elemente des Lebens und Leidens von Flüchtlingen nacherleben ließen.

Nach dem Friedensforum trafen sich die 100 Jugendlichen des Camps noch einmal und formulierten gemeinsam eine Friedenscharta mit Richtlinien und Impulsen, wie Friedenserziehung und -bildung im konkreten persönlichen Alltag aussehen kann.

Hier gehts zur Friedenscharta mit der Möglichkeit, sie online zu unterzeichnen >>