Kulturaustausch Gesellschaft

ZIVIK- Gewaltprävention in jordanischen Schulen

Konflikte gewaltfrei lösen, Streit durch Vermittlung schlichten, Mobbingsituationen auflösen und demokratische Teilhabe einüben – das Projekt „Förderung von gewaltfreier Konfliktbearbeitung“ will diese Fertigkeiten in jordanischen Schulen implementieren, dafür arbeitet der Starkmacher mit der Caritas Jordanien zusammen und wird vom Institut für Auslandsbeziehungen dabei unterstützt. Wir freuen uns sehr, dass das Institut für Auslandsbeziehungen die Förderung in den Jahren 2020 und 2021 fortsetzt.
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20.01.2020 / 10 Uhr
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Starkmacher, Fotos: Farid Amrouche

Konflikte gewaltfrei lösen

Wie viele Transformationsländer ist auch Jordanien mit schwierigen sozio-ökonomischen und politischen Problemlagen konfrontiert. Es besteht kein Zweifel, dass die kritischen Bedingungen starke Auswirkungen auf die Wirtschaft und das soziale Gefüge des Landes haben. Durch die Coronapandemie, die auch in Jordanien zu einem strengen Lockdown geführt hat, werden Problemlagen verschärft. Es wächst das Risiko, dass Vorurteile, Konflikte und Gewalt weiterwachsen. Auch die Schule ist ein Brennpunkt für solche Konflikte, deshalb zielt das Projekt darauf ab, Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte in der gewaltfreien Konfliktbearbeitung zu stärken.

Schulung von Multiplikatoren

Im ersten Projektjahr (2019) führte das Projekt Verfahren zur gewaltfreien Konfliktlösung (Peer Mediation), zur Intervention in Mobbingsituation (No Blame Approach) und zur demokratischen Meinungsbildung (Klassenrat) ein, die positive Erfahrungen ermöglichen sollen und alternative Handlungsoptionen aufzeigen sollten. Zentral dabei war ein kultursensibles Vorgehen im Sinne des „Do-No-Harm“-Grundsatzes und die Einbeziehung aller Akteure, auch der Eltern. Das Projekt will einen Beitrag dazu leisten, junge Menschen zu stärken, sie zur Teilhabe zu ermutigen und somit einen mittelfristigen Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft zu leisten.
Das Projekt bildete insgesamt 14 Jordanierinnen und Jordanier zu Multiplikatoren aus, die das oben beschriebene Verfahren an fünf jordanischen Schulen etablierten und diese begleiteten.

Fortsetzung unter schwierigen Bedingungen

Die Fortsetzung des Projekts findet unter schwierigen Bedingungen statt: auch in Jordanien wurden die Schulen geschlossen und auf Homeschooling umgestellt – soweit das möglich war. Schulen öffnen erst nach und nach. Deshalb liegt der Schwerpunkt der ersten Projektphase in der Entwicklung kreativer (Online-) Tools, um einen guten Umgang mit der Situation zu finden.

Geplant ist, neben der Fortsetzung der Arbeit in den schon kooperierenden Schulen, in weiteren Schulen aktiv zu werden und die Programme dort umzusetzen. Auch ein Pilotkurs für Eltern ist vorgesehen. Im Folgejahr wird eine Konferenz stattfinden, um das Projekt und die Projektergebnisse einem breiteren (Fach)publikum vorzustellen und damit auch den Anstoß für eine weitere Verbreitung zu geben.

Gewaltprävention in jordanischen Schulen – auch unter Coronabedingungen

 

Staatliche Unterstützung aus Deutschland

Das Projekt wird von Starkmacher e.V. in Zusammenarbeit mit Caritas Jordanien organisiert und durch das Institut für Auslandsbeziehungen mit Mitteln vom Auswärtigen Amt finanziert und unterstützt.

Das Projekt wird unterstützt von: