PopPorn - Ein KlassenzimmerTheaterstück

Obwohl fast jede Person, die Neue Medien nutzt, schon einmal mit pornografischen Inhalten in Berührung gekommen ist, bleibt Pornografie ein gesellschaftliches Tabuthema Nach dem Motto “Was im Internet passiert, bleibt im Internet” wird der öffentliche Diskurs kaum geführt. Beim Thema Pornografie wird es schnell unangenehm und ein konstruktiver Austausch findet somit kaum statt.
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16.02.2022 / 10 Uhr
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Starkmacher

Let’s talk about Porn!

Auch Kinder und Jugendliche gelangen durch den leichten Zugang zu digitalen Medien heutzutage ohne große Hürden an pornografische Inhalte. Bei der Recherche aus Neugier kommt es schnell zur Konfrontation mit pornografischen Bildern oder Animationen, beispielsweise durch Pop-Ups unerwünschter Seiten. Wie beeinflussen diese Bilder Kinder und Jugendliche, die unbedarft im Internet surfen? Und welche Folgen hat es, über das Gesehene nicht sprechen zu können?

Wir sind der Meinung: Es muss ein Raum geschaffen werden, um diese Seherfahrung zu teilen und einordnen zu können.

Schüler:innen müssen die Möglichkeit erhalten, Fragen zu stellen, in einem offenen Austausch Antworten darauf zu finden und diese wiederum zu reflektieren.

Wenn Sexualaufklärung sich auf Verhütung und den Schutz vor Geschlechtskrankheiten beschränkt, umgeht sie einen wichtigen Teil der Lebensrealität der Jugendlichen.

Porno ist längst in der Schule angekommen - wir dürfen die Augen nicht davor verschließen.

Unser Projekt PopPorn - was heißt das nun konkret?

Nein - es geht nicht darum, mit Jugendlichen Pornos zu schauen! Und nein, es geht auch nicht darum den moralischen Zeigefinger zu erheben!

Zentrales Element des Projekts PopPorn ist die Entwicklung eines Theaterstücks für das Klassenzimmer. Bei einem Klassenzimmertheaterstück handelt es sich um ein meist recht kurzes Theaterstück mit nur sehr wenigen Schauspieler:innen, welches für die Vorstellung im Klassenzimmer konzipiert ist und auch dort seine Aufführung findet. Durch den Transport des Stücks ins Klassenzimmer wird das Thema direkt in die Schule getragen.

Das Stück wird in Kooperation mit einer Partnerklasse entwickelt. Ihre Gedanken, Ideen und Texte dienen unter anderem als Grundlage für die Stückentwicklung. So kann gewährleistet werden, den derzeitig vorherrschenden Ton unter Jugendlichen zu treffen und somit einen Anknüpfungspunkt zur Zielgruppe zu schaffen.

An das Stück anschließende Workshops ermöglichen einen vertiefenden Austausch. Die Inszenierung soll Jugendliche ab der siebten Klasse aller Schularten ansprechen. Das Stück soll keinen moralisch belehrenden Charakter haben, durchaus aber zum Nachdenken und Hinterfragen eigener Standpunkte und Sichtweisen anregen und vor allem einen offenen Diskurs innerhalb der Schule initiieren.

Warum dieses Projekt so wichtig ist?

Das Projekt PopPorn eröffnet den dringend notwenigen Diskurs zum Thema Pornografie im schulischen Kontext und trägt damit entscheidend zur Bewältigung der Herausforderungen der alltäglichen medialen Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen bei. Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit erhalten, den Einfluss der Medien auf ihre eigene Lebenswelt reflektieren zu können. Es ist wichtig, dass sie die Mediengestaltung pornografischen Materials nachvollziehen und für sich bewerten können. Darunter fällt auch die konkrete Benennung von Realität und Fiktion, was ein tieferes Fiktionsverständnis zur Folge hat.

Start des Projekts PopPorn

Die finanzielle Förderung für die Idee kam im September 2021 durch das Kindermedienland Baden-Württemberg. Coronabedingt musste der Projektstart jedoch verschoben werden. Aktuell wird mit der Partnerklasse an der Stückentwicklung gearbeitet.

Ab Juli soll das fertige Stück an unterschiedlichen Schulen in Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis vorgestellt werden!